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Stadt Sinzig Kirchplatz mit Rathaus und Kirche St. Peter Reiner Friedsam

Im Gedenken für Vielfalt und Zusammenhalt

Rede des Sinziger Ortsvorstehers zum Volkstrauertag

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
Wir haben uns heute hier versammelt, um innezuhalten, und der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror zu gedenken.
Der Volkstrauertag ist ein Tag der Erinnerung – an Millionen Menschen, die in den Weltkriegen ihr Leben verloren haben. Soldaten, Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder.
Dazu zählen auch die vielen hier auf den Gedenkplatten eingravierten Sinziger Männer, Ehemänner und Väter.
Menschen, die Hoffnungen und Träume hatten, die ausgelöscht wurden durch Hass, Machtgier und Unrecht.

Wir erinnern an die Opfer von Verfolgung und Diktatur, an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die auch hier in Sinzig einst Teil unserer Gemeinschaft waren und durch die Schrecken der NS-Zeit ausgelöscht wurden.
Ihr Schicksal mahnt uns bis heute.

Gedenken bedeutet nicht nur Rückschau. Es bedeutet Verantwortung – für die Gegenwart und die Zukunft.

Wir sehen, wie Kriege und Gewalt auch heute noch Leid über Menschen bringen: in Europa, im Nahen Osten, in vielen Teilen der Welt.
Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er muss jeden Tag neu verteidigt werden – durch Dialog, durch Respekt, durch Menschlichkeit.

Gerade hier in Sinzig haben wir ein Mahnmal, das an unsere jüdische Gemeinde erinnert. Es ist ein Ort des Erinnerns und der Mahnung.
Umso erschütternder war die Schändung dieses Denkmals vor einer Woche – am Jahrestag des Novemberpogroms.
Diese Tat zeigt uns: Antisemitismus und Hass gehören nicht der Vergangenheit an. Sie sind eine Gefahr in unserer Gegenwart.Und sie fordern uns heraus.

Wir dürfen nicht schweigen. Wir müssen gemeinsam ein klares Zeichen setzen: Für Respekt, für Toleranz, für ein friedliches Miteinander.
Unsere Gesellschaft hier in Sinzig steht für Vielfalt und Zusammenhalt. Lassen Sie uns das jeden Tag leben – in unseren Worten, in unseren Taten.

Theodor Heuss, der erste Bundespräsident, hat einmal gesagt:
„Geschichte ist nicht das, was vergangen ist. Geschichte ist das, was bleibt.“
Diese Worte erinnern uns daran: Die Verantwortung für das, was war, endet nicht. Sie begleitet uns – heute und morgen.

Der Volkstrauertag ruft uns ins Bewusstsein:
Frieden beginnt bei uns selbst. In der Art, wie wir miteinander umgehen. In der Bereitschaft, hinzusehen, wenn Unrecht geschieht.
Und in der Entschlossenheit, Hass keinen Raum zu geben.

Ich danke Ihnen, dass Sie heute hier sind und mit Ihrem Gedenken zeigen: Wir vergessen nicht.
Wir stehen zusammen für eine Welt ohne Hass und Gewalt. Für eine Zukunft, in der die Würde jedes Menschen geachtet wird.

Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag mit Ortsvorsteher Reiner Friedsam