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Stadt Sinzig Kirchplatz mit Rathaus und Kirche St. Peter

Leserbrief zum Bericht „LBM: Keine Aussage zu Sinziger Brücke möglich“

 

Die Rhein-Zeitung berichtet in der Ausgabe vom 22.07.2026, dass der LBM derzeit keine Aussage zum geplanten Neubau der Brücke an der Kölner Straße treffen kann. Angesichts der Bedeutung dieser Maßnahme für den Hochwasserschutz in Sinzig wirft dies Fragen auf. Mein Leserbrief dazu:

Mit Unverständnis nehme ich die Aussagen des LBM zur Brücke an der Kölner Straße zur Kenntnis.

Bereits in den öffentlichen Beratungsunterlagen der Stadt Sinzig vom März 2025 wird festgehalten, dass die geplante Ahraufweitung ihren größtmöglichen Nutzen nur entfalten kann, wenn die Brücke an der Kölner Straße neu gebaut wird. Hydraulische Berechnungen und Gutachten zeigen, dass bei einem HQ100-Hochwasser der Wasserspiegel im Abschnitt Sinzig durch die Kombination aus Ahraufweitung und Brückenneubau um rund einen Meter abgesenkt werden könnte. Das wäre ein erheblicher Sicherheitsgewinn für die Anwohner.

Vor diesem Hintergrund überzeugt weder der Verweis auf eine angebliche Restnutzungsdauer von 20 bis 30 Jahren noch die Diskussion um die Finanzierung. Für den Neubau der Piusbrücke in Bad Neuenahr hat das Land bereits gezeigt, dass auch Brücken ersetzt werden können, die der Flut standgehalten haben, aber den heutigen Anforderungen an den Hochwasserschutz nicht mehr entsprechen.

Seit der Flutkatastrophe von 2021 wird zu Recht von Resilienz und einem zukunftsfähigen Hochwasserschutz gesprochen. Wenn bekannte Engstellen trotz nachgewiesener Schutzwirkung nicht beseitigt werden, droht dieses Ziel jedoch aus dem Blick zu geraten. Die Menschen im Ahrtal erwarten zu Recht, dass alle Möglichkeiten genutzt werden, um die Folgen künftiger Hochwasserereignisse zu minimieren.

Reiner Friedsam, Sinzig